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Othon Scholer

Hesperingen Ettelbrück

Othon Scholer besuchte die Grundschule in Howald. 1942 wurde die Familie ins schlesische Leubus und kurz darauf nach Tübingen umgesiedelt, wo der Dreizehnjährige bis Kriegsende ein Gymnasium besuchte und seine Liebe für die lateinische Sprache entdeckte. 1949 erlangte er die Hochschulreife am hauptstädtischen Athenäum und studierte anschließend klassische Philologie und Germanistik an den Luxemburger Oberkursen, an der Sorbonne und an der Universität Tübingen. 1955 erlangte er mit einer Arbeit über die Geschichtsphilosophie des Polybios seine Lehrbefähigung in Luxemburg. Von 1953 bis zu seiner Pensionierung 1990 war er Griechisch-, Latein- und Deutschlehrer am Lycée classique in Diekirch. Nach einer Weiterbildung an der Universität Trier war er ab 1981 auch befähigt, Italienisch zu unterrichten. Zusätzlich gab er von 1982 bis 1992 Kurse in Lateinischer Philologie und Literatur am Centre universitaire in Luxemburg.

Neben seiner Lehrtätigkeit widmete sich Scholer der wissenschaftlichen Aufarbeitung kulturhistorischer Fragestellungen. 2003 trug er mit einem Artikel über den Philosophieunterricht am ehemaligen Jesuitenkolleg, aus dem sich das Athenäum entwickelte, zu dem Sammelband 400 Joer Kolléisch bei. Die beiden Hauptschwerpunkte seiner Forschungen waren jedoch die Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit und die Geschichte des Mansfeldschlosses in Clausen, zu denen er Beiträge in Kulturzeitschriften, vor allem in Hémecht, aber auch in nos cahiers und Die Warte, sowie in wissenschaftlichen Reihen (Centre universitaire Luxembourg: Études classiques; Weimar: Historie und Politik; Trierer Hexenprozesse) veröffentlichte. 2006 gab er zusammen mit Jean-Claude Muller und Gilles Dansart in der Reihe "Les amis de l'histoire" eine Studie zum Mansfeldschloss mit dem Titel Palatium Mansfeldicum heraus. Der Band enthält die lateinische Originalausgabe einer Beschreibung des Schlosses durch den Jesuiten Johannes Wiltheim mit einer französischen Übersetzung von Othon Scholer. Im folgenden Jahr erschien seine Abhandlung über die Hexenverfolgungen in Luxemburg.

2018 brachte Scholers Ehefrau, die Kinderbuchautorin Marie-Paul Scholer-Jost, die Kindheitserinnerungen ihres Mannes posthum heraus. In Wie schön der Klatschmohn blüht ... Heimat schildert Othon Scholer seine Kindheit in Howald und die Umsiedlung seiner Familie nach Tübingen. Das Buch enthält Abbildungen von Lebensdokumenten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, unter anderem den Briefwechsel der Mutter mit Verwandten in Luxemburg.

Dieser Artikel wurde verfasst von Sandra Schmit

Veröffentlichungen

Sonstige Mitarbeit

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Hémecht / Ons Hémecht / 'T Hémecht
    Verwendete Namen
    Othon Scholer
  • Titel der Zeitschriften
    nos cahiers. Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur
    Verwendete Namen
    Othon Scholer
  • Titel der Zeitschriften
    Ons Stad. éd. par l'administration communale de la Ville de Luxembourg
    Verwendete Namen
    Othon Scholer
  • Titel der Zeitschriften
    Warte (Die) = Perspectives. Supplément culturel du Wort
    Verwendete Namen
    Othon Scholer

Sekundärliteratur

Zitiernachweis:
Schmit, Sandra: Othon Scholer. Unter: , aktualisiert am 14.05.2021, zuletzt eingesehen am .