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Nikolaus Steffen

N. Steffen; Nicolas Steffen
Papierberg/Mühlenbach (damals Gemeinde Eich) Luxemburg

Pseudonyme: bekannte "Homme de lettres" außer Dienst (Der) ; bewußte Viehmärktler (Der) ; D.R. ; Hilarius Jucundus ; "Homme de lettres" außer Dienst (von einem) ; Redaktion (Die)

Nikolaus Steffen ist der Bruder von N.S. Pierret und der Vater von Christian Eduard Steffen, der sich Nikolaus Steffen Sohn nannte. Er besuchte die Musterschule für angehende Lehrer und wurde Hilfslehrer in Luxemburg. 1845 trat er in die Lehrernormalschule ein, die er aufgrund seines Wissensvorsprungs bereits nach zwei Jahren verlassen durfte. An der Normalschule war lernte er auch den fast sechs Jahre jüngeren Michel Rodange kennen, der in literarischer Hinsicht einige Zeit unter seinem Einfluss stand, bis es 1854 zu Rivalitäten zwischen den beiden kam. Von 1846 bis 1852 war Nikolaus Steffen Lehrer in Dommeldingen, von 1852 bis 1855 Oberlehrer in Strassen, dann kurze Zeit Lehrer in Fentingen. Danach trat er aus dem Lehrfach aus und wurde Buchführer bei der Eisenhütte von Norbert Metz in Eich. Später war er Bürovorsteher der Compagnie des chemins de fer de l'Est.

Nikolaus Steffen schrieb deutsche und luxemburgische Gedichte und sammelte Mährchen und Sagen des Luxemburger Landes. Seine deutschen Gedichte gab er unter dem Titel Poetische Beiträge zur Charakteristik der Zweibeiner heraus. Im ersten Teil Vögellieder werden einzelne Vögel vorgestellt und den Jahreszeiten zugeordnet. Charakteristisch sind Lautmalereien, die Bezug nehmen auf den Schrei der verschiedenen Vogelarten, deren Eigenheiten auf den Menschen übertragen werden. Mit den 78 Sinngedichten im zweiten Teil Epigrammenkranz wollte er menschliche Schwächen aufzeigen, ohne zu verwunden. Luxemburgische Natur- und Jahreszeitenlyrik veröffentlichte er in Das Vaterland.

Nikolaus Steffen schrieb zudem deutsche Versdramen und Singspiele, auf religiöse und historische Gegebenheiten bauende Schicksalsdramen, mit denen er sich an bekannten Schriftstellern wie etwa Lessing messen wollte, sowie luxemburgische Komödien, mit denen er Dicks nachahmte, z. B. De' Mêschter Uodem nach dem Modell von Dicks' Kirmesgèscht. Die Komödie De Silwesterowend, oder, Verdross unè Genoss blieb unveröffentlicht. Erst nach seinem Tod vertonte Gustav Kahnt, unter dem Einfluss von Nikolaus Steffen Pierret, einige der Komödien in luxemburgischer Sprache und brachte sie zur Aufführung.

Nikolaus Steffen ist der Herausgeber der ersten Luxemburger Literaturzeitschrift Das Vaterland (1869-1870), in der er einer Reihe von bis dahin unbekannten Dichtern die Möglichkeit bot zu publizieren. Zugleich initiierte er unter der Rubrik Unsere Literatur die luxemburgische Literaturgeschichtsschreibung.

Dieser Artikel wurde verfasst von Roger Muller Roger Muller

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Luxemburger Land in Wort und Bild (Das). Illustrierte Wochenschrift für inländische Geschichte, Altertumskunde, [...]
    Verwendete Namen
    Nikolaus Steffen
  • Titel der Zeitschriften
    Metzer Zeitung
    Verwendete Namen
    Hilarius Jucundus
  • Titel der Zeitschriften
    Quotidienne Luxembourgeoise (La)
    Verwendete Namen
    Nikolaus Steffen
  • Titel der Zeitschriften
    Vaterland (Das). Wochenblatt für Luxemburgische National-Literatur
    Verwendete Namen
    D.R.
    Nikolaus Steffen
    bekannte "Homme de lettres" außer Dienst (Der)
    bewußte Viehmärktler (Der)
    "Homme de lettres" außer Dienst (von einem)
  • Titel der Zeitschriften
    Wächter an der Sauer (Der)
    Verwendete Namen
    Nikolaus Steffen

Sekundärliteratur

Archiv

  • BNL Ms 301, 404
Zitiernachweis:
Muller, Roger: Nikolaus Steffen. Unter: , aktualisiert am 13.01.2020, zuletzt eingesehen am .