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Michel Grevis

Esch/Alzette

Michel Grevis besuchte das Lycée de garçons in Esch/Alzette. Nachdem er 1988 ein Stipendium der Miami University (Oxford/Ohio) erhalten hatte, machte er eine Lehrerausbildung am ISERP, die er mit dem Kindermusical zum Thema Immigration Bakalau mat Kachkéis (1991) abschloss. Von 1991 bis 2004 unterrichtete Michel Grevis als Grundschullehrer in Esch/Alzette. Dort wurde er als Mitglied der Partei Déi Gréng 1995 in den Gemeinderat und zwei Jahre später in den Schöffenrat gewählt. Zwischen 1993 und 1995 organisierte Michel Grevis nach einer Ausbildung zum Zirkusanimateur diverse Zirkusprojekte und -auftritte in Luxemburg; seit 1993 ist er Mitglied des Schweizer Circus Balloni. Seit 2004/05 arbeitet er als pädagogischer Koordinator des Centre d'écologie et de la jeunesse in Hollenfels.

Außer dem unveröffentlicht gebliebenen Gedichtband kalendarium (1993) und dem gemeinsam mit Danielle Hoffelt verfassten Lyrikband zweeërlee schrieb Michel Grevis überwiegend Dramen. Zunächst schrieb er theaterpädagogische Stücke, darunter auch für Kinder und Jugendliche, in denen Interkulturalität und Solidarität mit Ausländern sowie Fragen der Homosexualität thematisiert und Mechanismen der Ausgrenzung in der Gesellschaft verhandelt werden (Change-Over 1996, Himmel 2000, Lügen 2001). Das Stück zum Thema Aids La répétition entstand anlässlich der Stop Aids Now-Kampagne. Die Luxemburger Geschichte ist ein weiteres Thema im Werk von Michel Grevis, wobei er die Sichtweise der Unterdrückten und Verfolgten einnimmt, so im Bühnenmonolog dies irae (1998) über den letzten unter der Feudalherrschaft in Luxemburg Hingerichteten, Mathes von Medernach. Für das Stück, das 2003 auf CD erschien, schrieb Michel Zeches die Musik. In Ana-Lena Blumfeldts Schmetterlingsschatten verband Michel Grevis sieben Gedichte mit sieben fiktiven Briefen einer Jüdin aus Luxemburg in den Jahren 1940 bis 1941.

Die Verwirklichung der Menschenrechte im Alltag ist Michel Grevis nicht nur in seinen Dramen, sondern auch in den mit Lehrerkollegen geschriebenen Lese- und Lehrerhandbüchern Moral- und Sozialunterricht (1994-2000) ein Anliegen. Zwischen 1994 und 1998 arbeitete er zusammen mit der Illustratorin Patricia Thielen an einem fünfsprachigen Bildwörterbuch für Kinder (Wort-Schatz-Insel), das als Serie im Zack erschien.

1980 erhielt Michel Grevis für das Gedicht Das Land zwischen dem Regenbogen den ersten Preis beim Prix national de poésie und im selben Jahr den Prix d'honneur der ALUC. 1986 erhielt er den ersten Preis beim Concours européen de poésie. Für das Kinderbuchprojekt Mär liese gär wurde Michel Grevis 1994 mit dem Prix interculturel ausgezeichnet. Das Drama Dämonolog - das teuflische Spiel mit der Sinnlichkeit der Erinnerung wurde mit dem Preis der IKB-Stiftung International ausgezeichnet und 1992 im Théâtre des Capucins uraufgeführt. Er war Mitglied des LSV bis zu dessen Auflösung im Jahre 2016.

Dieser Artikel wurde verfasst von Claude D. Conter Claude D. Conter

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Zack
    Verwendete Namen
    Michel Grevis

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Mitgliedschaft

  • LSV - Lëtzebuerger Schrëftstellerverband [1986-2016]
  • Théâtre des Capucins

Archiv

Zitiernachweis:
Conter, Claude D.: Michel Grevis. Unter: , aktualisiert am 28.03.2018, zuletzt eingesehen am .