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Foto: Jean-Michel Treinen


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Jean-Michel Treinen

Rümelingen Luxemburg

Pseudonyme: Grünhilda von Arschkriech ; A.S.-G. ; Braddelkett ; Maria Chiavelli ; Anna Chronismus ; Padre Corleone ; Grunzobald von Eber-Wildsau ; Jean-Claudette Bernadette Fromm ; Nino Future ; J.M.T. ; Bleudelphine Leaudibleau ; Paëlla di Miracoli ; Monni Lex ; Tusnelda von Müll ; Pitti Pest ; Jhängi Rupp ; Anne Sauce-Gedet ; Anne G. Schissen ; Tremi

Jean-Michel Treinen besuchte das Gymnasium in Esch/Alzette und studierte Germanistik und Geschichte in Wien und Bonn. Ab 1977 war er Beamter im Landwirtschaftsministerium. Er gehörte 1986 zu den Gründungsmitgliedern des LSV und war dessen erster Schatzmeister.

Jean-Michel Treinen trat zunächst als Musiker an die Öffentlichkeit. Als Saxophonist und Klarinettist war er ab 1976 Mitglied von Rock- und Jazzbands, darunter Angelus Novus und In Fusion. Er komponierte zweimal die Feuerwerksmusik zum Nationalfeiertag und ist auf mehreren CDs zu hören, u. a. mit Robert Gollo Steffen und Claudine Muno sowie auf Audio- und Video-Aufnahmen zum Andenken an den Schauspieler Thierry van Werveke (2009 u. 2011). Zwischen 1983 und 1989 wirkte er als Schauspieler, Komponist oder Mitverfasser von Drehbüchern an Filmen von Andy Bausch mit, u. a. Troublemaker (1988) und A Wopbopaloobop A Lopbamboom (1989). Für eine Freilichtaufführung von Batty Webers „De Schéifer vun Aasselburren“ durch die Wëntger Theaterfrënn im Jahr 1995 schrieb Jean-Michel Treinen die Musik. 1995 lieferte er den Text für das von Marco Pütz vertonte und auf CD erschienene Kinderstück Dem Alto seng grouss Rees (1996).

Ab 1984 veröffentlichte Jean-Michel Treinen Prosa und Lyrik in Anthologien und Sammelbänden, zuletzt in den Anthologien der Walfer Bicherdeeg. Selbständig erschienen der Gedichtband wou dwäiss mais schlittschung fueren und die Erzählprosasammlung Angscht virum Groussen Tunn. Jean-Michel Treinen erweist sich darin als Vertreter einer pointierten und skurrilen Literatur mit kritischer Tendenz.

Er war zudem für das Theater und die Kleinkunstbühne tätig. Sein 1985 beim Concours littéraire national ausgezeichneter Einakter De Jhoss an de Freed op der Mauer wurde 1987 im Escher Schluechthaus uraufgeführt und erschien in dessen Theaterheft Nacht 3. Von 1985 bis 1995 schrieb er Sketsche und Satiren für die Scène libre und die Lëtzebuerger Kabaretsentente, die ihm 1991 den Christiane Schlechter-Preis für den Sketsch Kulturflapp verlieh.

Unter dem Titel Kveldulf. Metal-Gedicht mit tiefen Bässen adaptierte er den Anfangsteil der von einem anonymen Verfasser geschriebenen altisländischen Saga von Egil Skalla-Grimsson als zeitgenössische Metal-Oper, zu der er sowohl den Text in Form eines epischen Gedichts als auch die Musik schrieb. Treinen beschreibt den Lebensweg Kveldulfs, dessen Name so viel wie Abendwolf bedeutet, als den einer persönlichen Befreiung und Transformation. Der Text ist streckenweise zweisprachig deutsch-luxemburgisch, wobei an einer Stelle die Wirklichkeit des heutigen Luxemburgs als zweite Textebene hineinspielt. Das Werk wurde im August 2015 von Claude Mangen auf der Seebühne in Insenborn inszeniert.

Jean-Michel Treinen trat ebenfalls als Übersetzer hervor. Er übertrug französischsprachige Gedichte von René Welter ins Deutsche (Eist Land 1986), und übersetzte Shakespeares Macbeth sowie die Kurzgeschichte Nipple Jesus von Nick Hornby ins Luxemburgische. Jean-Michel Treinens Nipple Jesus wurde von Serge Tonnar auf die Bühne gebracht. Unter dem Titel De Wee bei d’Schrëft. Versuch vun enger Iwwersetzung vum Nobele Koran an d’Lëtzebuergescht legte er eine Übertragung des Korans ins Luxemburgische vor. 2013 übersetzte er Friedrich Dürrenmatts Stück Der Besuch der alten Dame ins Luxemburgische; unter dem Titel Besuch wurde es in Grosbous im Freilichttheater von der Theatergruppe De Schankemännchen unter der Regie von Jemp Schuster aufgeführt.

Eine besondere Bedeutung besaß für den zum Islam konvertierten Autor seine Übertragung des Korans ins Luxemburgische unter dem Titel De Wee bei d’Schrëft. Versuch vun enger Iwwersetzung vum Nobele Koran an d’Lëtzebuergescht, die er 2010 in der Luxemburger Nationalbibliothek deponierte und an der er auch später noch weiterarbeitete. Probleme der Koranübertragung thematisierte er in der im Lëtzebuerger Land erschienen Rezension einer deutschen Koranübersetzung Das Dokument glorreichen Scheitern (d’Land, Nr. 49, 8. Dezember 2000, S. 18).

Der politisch denkende Intellektuelle Jean-Michel Treinen schrieb für das Lëtzebuerger Journal und gehörte seit 1995 zu den Mitarbeitern von d’Lëtzebuerger Land und der satirischen Wochenzeitung Den neie Feierkrop. Einige seiner Gedichte wurden ins Mazedonische übersetzt.

Dieser Artikel wurde verfasst von Pierre Marson Pierre Marson

Veröffentlichungen

Mitarbeit bei Zeitungen

  • Titel der Zeitschriften
    Cahiers luxembourgeois (Les). revue libre des lettres, des sciences et des arts
    Verwendete Namen
    Jean-Michel Treinen
  • Titel der Zeitschriften
    Feierkrop (De) / neie Feierkrop (Den) / DNF. onofhängegt zatirescht Wocheblat
    Verwendete Namen
    Anne G. Schissen
    Padre Corleone
    Maria Chiavelli
    Braddelkett
    Grunzobald von Eber-Wildsau
    Paëlla di Miracoli
    Tusnelda von Müll
    Pitti Pest
    Monni Lex
    Jean-Michel Treinen
    Bleudelphine Leaudibleau
    Grünhilda von Arschkriech
    Jean-Claudette Bernadette Fromm
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Almanach. Red.: Georges Hausemer ; Gestalt.: Heng Ketter
    Verwendete Namen
    Jean-Michel Treinen
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Journal / Letzeburger Journal / Journal / LJ. Politik, Finanzen a Gesellschaft
    Verwendete Namen
    A.S.-G.
    Jean-Michel Treinen
    Anne Sauce-Gedet
  • Titel der Zeitschriften
    Lëtzebuerger Land (d') / d'Letzeburger Land / LL. unabhängige Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Kultur
    Verwendete Namen
    Nino Future
    Jhängi Rupp
    Jean-Michel Treinen
    J.M.T.

Sekundärliteratur

Auszeichnungen

Mitgliedschaft

  • Kulturfabrik Esch/Alzette
  • Lëtzebuerger Kabaretsentente
  • LSV - Lëtzebuerger Schrëftstellerverband [1986-2016]
  • Scène libre (Kabaret)

Archiv

Zitiernachweis:
Marson, Pierre: Jean-Michel Treinen. Unter: , aktualisiert am 09.03.2020, zuletzt eingesehen am .